Die Geschichte der Papageien ist seit jeher mit der des Menschen eng verbunden. Bereits im alten Ägypten wurden zur Zeit des berühmten Feldherren Alexander der Große Papageien gehalten. Ein Verwandter dieser damals gehaltenen Papageienart trägt daher auch heute noch den Namen Großer Alexandersittich.
Im antiken Griechenland wurden Sittiche in den Häusern reicher Leute in Käfigen gehalten, um ihnen das Imitieren menschlicher Sprache beizubringen, der gleichen Beschäftigung gingen später auch römische Edelleute nach. Bei den Römern galten Papageien als eines der wertvollsten Geschenke, das man seiner angebeteten Dame darbieten konnte. Je besser ein Papagei menschliche Sprache nachahmen konnte, desto höher wurde die Wertschätzung für ihn.
Auch in späteren Jahrhunderten sah man Papageien hauptsächlich als sprechbegabte zähmbare Haustiere an und holte sich die meist farbenprächtigen Tropenvögel in heimische Gefilde. Wie intelligent Papageien sind zeigt das Beispiel des berühmt gewordenen Graupapageien Alex, der von der Biologin Dr. Irene Pepperberg untersucht wurde. Das wissenschaftliche Interesse an dieser Vogelgruppe war damals nur wenig ausgeprägt, was sich aber im Laufe der Zeit glücklicherweise änderte.
Doch auch heute ist unser Wissen besonders über das Freileben der einzelnen Papageienarten nur sehr lückenhaft vorhanden. Vermutlich ist hierin einer der Gründe zu suchen, warum Papageien immer wieder falsch eingeschätzt werden.
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Das historische "Papageienschiessen"
Die Papageien im Falkenbuch Kaiser Friedrichs II (ca. 1240)
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Die Ur-Papageien
Entwicklungsgeschichtlich sind Papageien eine vergleichsweise alte Vogelgruppe, deren Gestalt in ihren Grundzügen schon vor schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Jahren existierte. In Frankreich entdeckte man einen zumindest papageienähnlichen Vogel, der etwa 30 Millionen Jahre alt sein soll und aus den oberen Schichten des Oligozäns stammt. Die Paläontologen tauften diesen Fund Archeopsittacus verreauxi.
Keine Zweifel um die Zugehörigkeit zu den Papageienvögeln der Vorzeit hingegen gab es bei jüngeren Funden aus dem oberen Oligozän, Miozän und Pliozän. Diese Urpapageien besiedelten der Vorstellung nach vor 15 bis 20 Millionen Jahren die Erde und zwar auch in solchen Gebieten, die man zumindest heute auf den ersten Blick wohl kaum diesen charakteristischen Tropenvögeln zuordnen würde. So gibt es Vorzeitfunde aus Europa südlich der Alpen, aus Spanien und Frankreich sowie aus Nordamerika bis zur heutigen kanadischen Region. In Nordamerika wurde die letzte Papageienart, der Carolinasittich gar erst um 1918 ausgerottet. Das letzte Exemplar dieser Art starb bezeichnenderweise im Zoo von Cincinnati.
Mehr über die Ur-Papageien, wissen die Experten im Senckenberg-Museum. Dort gibt es auch ein Foto von Psittacopes lepidus. Bei diesen Papageien aus Messel handelt es sich um die primitivsten bisher bekannten Vertreter der Ordnung, welche von ihren rezenten Verwandten unter anderem im Schnabelbau abweichen.
Verbreitung
Auch heute beschränkt sich das Verbreitungsgebiet der Papageien keineswegs auf reine Tropengebiete, sondern umfasst die Subtropen und auch gemäßigteren Klimaregionen. So leben einige Vertreter wie der Chinasittich, den man u. a. im südöstlichen Tibet findet, oder die durch ihre Spielfreudigkeit berühmt gewordenen neuseeländische Keas in schwer zugänglichen Hochgebirgsregionen mit ausgesprochen niedrigen Temperaturen, teilweise sogar oberhalb der natürlichen Baumgrenze. Der WWF bietet einen interessanten Bericht über die Conservation ecology des Kea ( Nestor notabilis ) an. Bilder und Infos über Keas gibt es auch.
Unter etwas gemäßigten Bedingungen leben einige südamerikanischen Arten in Patagonien auf Feuerland. Auf den Antipoden-Inseln südöstlich vor Neuseeland brüten Laufsittiche in direkter Nachbarschaft zu Pinguinen. Selbst in Europa, ja sogar in Deutschland kann man heute wieder freilebende Papageienarten beobachten. Freilich handelt es sich bei diesen Tieren um entflogenen Käfigvögel. Doch mittlerweile haben die heimischen Vogelkundler Arten wie den Halsbandsittich als eingebürgerte Bestandteile unserer Fauna akzeptiert. Dies nennt man Faunenverfälschung und ist grundsätzlich abzulehnen. Selbst beim Aufschlagen von Fachbüchern über die mitteleuropäische Vogelwelt trifft man auf den Halsbandsittich. Überhaupt hat sich gerade diese Art als äußerst anpassungsfähig erwiesen, so dass es dem fachkundigen Papageienfreund kaum verwundern mag, dass sie mit Abstand das größte Verbreitungsgebiet aller Papageien aufzuweisen hat und auch in kultivierten Gegenden, ja sogar in Städten in direkter Nachbarschaft zum Menschen lebt.
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Bedrohte Arten
Doch leider stellt der Halsbandsittich eine krasse Ausnahme unter den rund 330 bekannten Papageienarten der Welt dar. Nur wenige können sich in der vom Menschen geprägten und vielfach umgestalteten Welt zurechtfinden. Dies trifft besonders für die wenig stabilen Inselpopulationen mit einem teilweise nur wenige Quadratkilometer großen Verbreitungsgebiet zu. Beispiele sind die bedrohte Blaumaskenamazone, die Königsamazone sowie die Landvögel Dominicas.
So verwundert es kaum, dass man gerade unter diesen Papageienarten auf die meisten akut vom Aussterben bedrohten Formen trifft. Aber auch Arten, die man noch vor einigen Jahren zu den häufigsten Papageienspezies in ihrer Heimat zählte, wie z. B. die in Südamerika verbreitete Blaustirnamazone oder der afrikanische Graupapagei werden Stunde um Stunde Opfer des internationalen Tierhandels und nicht zuletzt der immens voranschreitenden Lebensraumvernichtung.
Sollte sich nichts an der aktuellen Situation ändern, wird wohl auch ihnen eine düstere Zukunft bevorstehen. Insgesamt rechnet man heute bereits etwa ein Drittel aller Papageienarten zu den mehr oder minder gefährdeten Tierarten und die Tendenz ist steigend.
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Systematik
Man vermutet heute, dass das ursprüngliche Verbreitungszentrum der Papageien im nördlichen Australien und Neuguinea zu suchen ist, was unter anderem dadurch zu belegen ist, dass sich in dieser Region auch heute noch die ursprünglichsten Papageienarten befinden. Von hier aus wurden dann das pazifische, das asiatisch-afrikanische und das südamerikanische Verbreitungsgebiet erschlossen.
Dies verlangte generationenlange Anpassungsvorgänge an die unterschiedlichsten Lebensräume, deren Ergebnis die heutige Artenvielfalt darstellt. Doch trotz dieser verschiedenartigen Anpassungen haben alle Papageien einige Gemeinsamkeiten, die die Zoologen dazu veranlassten, ihnen den Rang einer eigenen Ordnung der Papageienvögel oder Psittaciformes zuzusprechen. Diese stellt eine sich gegenüber anderen Vogelgruppen eindeutig abgrenzende Einheit innerhalb der zoologischen Systematik dar.
Allen Vertretern der Ordnung der Papageien ist der relativ kräftige und gekrümmte Schnabel gemeinsam, der eine gelenkartige Verbindung mit dem Schädel aufweist. Ferner sind die muskulöse Zunge und die zu Greiforganen entwickelten Füße mit vier Zehen als charakteristisch für alle Papageienvögel zu bezeichnen. Hinzu kommt die Stellung der Zehen, von denen die 1. und 4. nach hinten und die 2. und 3. nach vorn weist. Diese und andere Merkmale sorgen dafür, dass eine Zuordnung in die Ordnung der Papageienvögel verhältnismäßig leicht fällt. Ungleich schwieriger ist es jedoch, Papageien in eine verwandtschaftliche Beziehung zu anderen Vogelgruppen zu stellen.
Aufgrund einiger Übereinstimmungen in Anatomie, Morphologie und Ethologie werden Papageien in der Regel in die Nähe der übrigen "Paarzehervögel", wie die Kuckucksvögel (Cuculiformes), die Spechte (Piciformes) und die Eulen (Strigiformes) gestellt. Allerdings gibt es noch andere Überlegungen, die mit dieser Beziehung zwischen den Ordnungen nicht übereinstimmen. So gehen einige Biologen davon aus, dass die Ausbildung des Paarzeherfußes nicht aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen, sondern vielmehr durch eine gleichsinnige Anpassung an vergleichbare Lebensbedingungen zustande kam und sich unabhängig voneinander in den verschiedenen Ordnungen entwickelte.
Ebenso häufig angeführt wird die mögliche Verwandtschaft zu den Taubenvögeln (Columbiformes). Verschiedene Wissenschaftler suchten anhand der Zahntaube (Didunculus strigirostis) nach Anhaltspunkten für eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen beiden Ordnungen. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Zahntaube ein mögliches Bindeglied zwischen den Tauben- und Papageienvögeln sein könnte, da die Zahntaube aufgrund verschiedener Übereinstimmungen als eng mit den Papageien verwandt bezeichnet werden konnte. Demgegenüber stehen wiederum andere Untersuchungen, die belegen, dass die zuvor als Indiz für eine mögliche Verwandtschaft angesehenen Übereinstimmungen hinsichtlich der Schädelstruktur, vielmehr als Ergebnis einer konvergenten Entwicklung anzusehen sind. Die bisherige Vermutung einer verwandtschaftlichen Beziehung wurde somit also nicht bestätigt.
Die Ordnung der Papageienvögel umfasst nach einer heute häufig vertretenen Meinung eine Familie, die sich wiederum aus drei Unterfamilien zusammensetzt. Jede dieser Unterfamilien weist wiederum verschiedene Gattungen auf, die man dann noch in Arten und Unterarten unterteilt.
Mehr über die einzelnen Papageienarten, erfahren Sie im
Online-Papageienlexikon.