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Papageien - bunt, beliebt, bedroht! |
Dass die Situation der Papageien sich immer mehr verschlechtert, belegt ein Bericht der weltweit tätigen Naturschutzorganisation IUCN, der sogenannte „Parrot Action Plan“ (vgl. BirdLife International). Dieser Situationsbericht weist die akut bedrohten Arten aus, definiert Hintergründe für ihre Bedrohung und macht Vorschläge für mögliche Schutzmaßnahmen und deren Finanzierung. Demnach sind derzeit mindestens 95 von 330 Papageienarten so bedroht, dass sie im genannten Aktionsplan berücksichtigt wurden. Bedauerlicherweise sind darunter 36 Arten, die vorwiegend durch den Fang für den meist lokalen Wildvogelhandel dezimiert werden. Allein zwischen 1990 und 1994 wurden weltweit rund zwei Millionen Papageien gehandelt. Andere Arten leiden unter der Verfälschung und Zerstörung ihrer Habitate. Folgende Faktoren sind im wesentlichen verantwortlich für diese Situation:
Papageien sind seit Jahrzehnten begehrte Heimtiere und werden aufgrund ihrer Farbenpracht, möglichen Zahmheit und ihrer Begabung menschliche Worte und alle erdenklichen Umweltgeräusche nachzuahmen, weltweit zusammen mit anderen Wildvögel zu Hunderttausenden in ihren ursprünglichen Lebensräumen gefangen und in die heimischen Stuben der Heimtierhalter gebracht.
Die Bedingungen beim Fang und Transport sind oft sehr schlecht und die Tiere gehen einen langen Leidensweg. Der Umfang des weltweiten Wildvogelhandels hat inzwischen solche Dimensionen erreicht, dass er nicht mehr zu rechtfertigen ist. Die Zahl der Papageienarten, die bereits zum jetzigen Zeitpunkt nur dann überleben können, wenn ihnen umfangreiche Schutzmaßnahmen zugebilligt werden, sollte uns als Argument für den freiwilligen Verzicht auf den Kauf wildgefangener Papageien ausreichen. Wildvogelhandel - Was Sie tun können!
Mit dem explosionsartigen Bevölkerungswachstum ist - neben unzähligen weiteren Problemen - eine fortschreitende Zerstörung ursprünglicher Lebensräume verbunden. Nach den bisherigen Schätzungen wird sich die derzeitige Bevölkerung bis zum Jahre 2036 vermutlich auf 10 Milliarden Menschen erweitert haben.
Ein wichtiges Beispiel für die Verdrängung ursprünglicher Naturräume durch die Ausbreitung des Menschen sind die Waldgebiete unseres Planeten. Allerdings ist die Waldvernichtung in vielen Gebieten keine direkte Folge einer übermäßigen Bevölkerungsdichte, sondern nicht selten eine Konsequenz falscher Agrarpolitik und kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen. Ein Beispiel hierfür bieten die Wälder Brasiliens, die mehr als 50 Prozent der weltweit noch verbliebenen Tropenwälder darstellen. So weist das Land eine Bevölkerungsdichte von nur 16 Einwohnern pro Quadratkilometer auf (zum Vergleich: BRD etwa 250 Einwohner pro Quadratkilometer).
Ebenso dramatisch sind die Abholzungen großer Waldgebiete in Kanada und Sibirien. Die weitläufige Zerstörung der natürlichen Waldgebiete ist ein weltweites Problem, das nach ebenso globalen Gegenmaßnahmen verlangt. Gerade aber in diesem Punkt mangelt es offenkundig, da kurzfristigen wirtschaftlichen Erträgen durch die großflächigen Holzeinschläge nach wie vor eine größere Bedeutung zugesprochen wird als einem schonenden Umgang mit den Naturressourcen. So sind bis Anfang der 80er Jahre bereits die Hälfte aller tropischen Wälder, die die Heimat von 50 - 60 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten darstellen, vernichtet worden.
Die Rate der weltweiten Entwaldung bezifferte die FAO 1990 bereits mit 160.000 - 200.000 Quadratkilometer. Sämtliche Bewohner dieser Wälder sind bedroht, unter ihnen befindet sich ein Großteil der bekannten Papageienarten. Mehr zum Thema bei Rettet den Regenwald eV oder Pro REGENWALD online.
Das Einschleppen fremder Organismen in bestehende Ökosysteme hat diese in vielen Fällen nachhaltig gestört. Australien und Neuseeland bieten hier geradezu "klassische" Beispiele der Faunenverfälschung.
So führten die Kaninchenplage in Australien und die zu deren Bekämpfung eingeführten Katzen, unter anderem zur nahezu vollständigen Ausrottung des Paradiessittichs. Eingeschleppte Ratten, Katzen, Hunde und andere Säugetiere (Nutztiere, Rotwild) dezimierten in Neuseeland u. a. den Eulenpapagei (Strigops habroptilus), so dass er heute am Rande des Aussterbens steht. Es gibt übrigens ein Kakapo-Rettungprogramm in Neuseeland.
Wie die Beispiele zeigen, waren und sind stets auch Papageien durch solche Floren- und Faunenverfälschung bedroht. Dieses Problem ist jedoch nicht nur auf Ozeanien beschränkt. In Süd- und Mittelamerika stellen Honigbienen eine ernsthafte Bedrohung für verschiedene Großpapageienarten (Aras und Amazonen) dar. Sie besetzen die Baumhöhlen, die den Papageien als Nistplätze dienen könnten.
- Verfolgung als "Schädlinge"
Wenige Papageienarten haben sich an die Nähe des Menschen gewöhnt und gelernt, Vorteile daraus zu ziehen. So werden z.B. in Australien verschiedene Kakaduarten und in Südamerika u. a. Mönchssittich, Nandaysittiche oder Schwarzohrsittiche als Ernteschädlinge beim Getreide-, Obst- oder Maisanbau verfolgt. Im indisch-asiatischen Raum kommt es teilweise zu erheblichen Ernteschäden durch Halsbandsittiche.
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